Das Abschlussportfolio


Im Rahmen eines Forschungsprojektes zur Entwicklung neuer Bewertungs- und Prüfungsformen auf der Grundlage von Kompetenzportfolios der Waldorfschulen in NRW wurde an der Rudolf Steiner Schule Bochum ein eigenständiges „Waldorfschul-Abschluss-Dokument" entwickelt, das sich auf die gesamte Oberstufe bezieht und zentral das erklärte Ziel verfolgt, die insbesondere während der Oberstufe erbrachten schulischen Leistungen so zu dokumentieren, dass das individuelle Kompetenzprofil des Schülers in Erscheinung tritt. Dadurch möchten wir nicht nur dem breiten Lernangebot einer Waldorfschule gerecht werden, sondern auch eine transparente und ganzheitliche Beurteilung der Handlungskompetenzen des Schülers ermöglichen – über seine schulischen Leistungen hinaus.Das Schulabschlussportfolio ist eine Sammlung von Kompetenznachweisen, die der Schüler im Verlauf seiner Oberstufenzeit, oft aber auch bereits früher anlegt. Jeder Kompetenznachweis besteht aus drei Teilen:

 

  • einer Projektbeschreibung
  • einem exakten Schülerrückblick auf seine Arbeits- und je nach Alter des Schülers auf seine Lernprozesse
  • Einen Lehrerkommentar, der sichtbar gewordene Kompetenzen des Schülers bene

 

Jeder Schüler erhält am Ende der 12. Klasse eine Sammelmappe, das Abschlussportfolio der Waldorfschulen NRW (APF) und auf Wunsch das European Portfolio Certificate for Steiner Waldorf ducation (EPC). Das APF enthält an unserer Schule in der Regel folgenden obligatorischen Inhalt:

 

  • das Abschlusszeugnis am Ende der 12. Klasse,
  • die Jahresarbeit,
  • Gutachten zur Jahresarbeit und zum künstlerischen Abschluss, zum Schauspielprojekt, zum Berufsfindungspraktikum, zum Vermessungspraktikum und zum Landwirtschaftspraktikum;

 

die Mappe enthält fakultativ:

sog. Gutachten und Zertifikate (Teilnahmebescheinigungen) für schulische und außerschulische Aktivitäten während der Oberstufe, z. B. Kurse und Projekte, Klassenfahrten, Mitarbeit in Arbeitskreisen, an der Schülerzeitung, im Schülerrat u. ä., sowie das individuelle Kompetenzportfolio des Schülers über die eigenen Lernwege.


Das Schulabschlussportfolio der Rudolf Steiner Schule Bochum wird jährlich durch die SocialCert GmbH, München, im Rahmen einer Produktzertifizierung auf der Grundlage der Norm DIN/EN 45011 geprüft. Die Zertifizierungsurkunde können Sie hier einsehen:Zertifizierungsurkunde


Schüler 1

Kompetenznachweise aus der Oberstufe von 2006 - 2010

Landwirtschaftspraktikum Klasse 9

Feldmesspraktikum Klasse 10

Berufspraktikum Klasse 11

Schauspiel Klasse 11

Jahresarbeit Klasse 12

Künstlerischer Abschluss Klasse 12

Akademie Mondpalast Klasse 12

Kunst- und Kulturgeschichtliche Abschlussfahrt Klasse 12

Improtheater Klasse 8-12

Persönliches Portfolio

Kompetenzbilanz


Schüler 2

Kompetenznachweise aus der Oberstufe von 2006 - 2010

Landwirtschaftspraktikum Klasse 9

Während des Feldmesspraktikums befand sich die Schülerin im Auslandsaustausch

Berufspraktikum Klasse 11

Schauspiel Klasse 11

Eurythmieprojekt Klasse 11

Jahresarbeit Klasse 12

Künstlerischer Abschluss Klasse 12

Sprachen

perönliches Portfolio

Kompetenzbilanz


Dem Abschlussportfolio der Rudolf Steiner Schule Bochum liegt ein gesichertes und überprüftes Qualitätsmanegement zu Grunde. Das Verfahren können sie unter diesem Link  einsehen. Nach vier Jahren Arbeit mit Portfolios kann das Abschlussportfolio eines Schülers beispielsweise folgendermaßen aussehen:

Neben den Kompetenznachweisen, die in erster Linie personale und soziale Kompetenzen nachweisen, arbeiten einige Kollegen zur Zeit daran, Fachkompetenzen der in der Oberstufe erteilten Unterrichtsfächer sichtbar zu machen. Das Abschlussportfolio erfährt dadurch im fakultativen Bereich eine Erweiterung.




Das Bewerbungsdossier

Das Bewerbungsdossier ist eine gezielte Auswahl der Kompetenznachweise aus dem Abschlussportfolio. Grundsätzlich stellt der Schüler sein eigenes Bewerbungsdossier zusammen. Da in der Regel bei einer Bewerbung oder bei einem Vorstellungsgespräch nicht beliebig viele Kompetenznachweise vorgelegt werden, trifft der Schüler eine für das Anforderungsprofil des Berufes relevante Auswahl. Wenn ein Schüler befürchtet, dass z.B. bei einer Bewerbung die Selbstreflexion den Wert eines Gutachtens mindern könnte, so sollte er entweder das ganze Dokument herausnehmen oder nur die Selbstreflexion, die allerdings dann im Layout als Anlage auf einem Extrablatt im Gesamtdokument enthalten sein müsste.